Entlang an der Ostküste der Nordinsel – überall Wasser

Bei unserer ersten Tour auf der Nordinsel haben wir hauptsächlich die Westküste und die Mitte der Nordinsel gesehen, nicht aber die Ostküste. Aus Zeitgründen haben wir uns damals dazu entschieden die Ostküste auf dem Rückweg zu machen. Nachdem Jonas also von seinem großen Abenteuer zurück war und ich mich ordentlich von meiner Farm verabschiedet hatte – während seinen zwei Wochen Stewart Island habe ich mich um die Farm (vier Schweine, 15 Ferkel, zehn neun Hühner, zwei ein Kalb, ein paar Schafe und zwei Hunde) der Familie gekümmert. Besonders die beiden Hundchen vermisse ich sehr. 😦

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Direkt in der Minute in der wir uns verabschiedet haben und ins Auto gestiegen sind, hat es angefangen zu regnen und bis abends hat es auch nicht mehr aufgehört. Tolles Timing… nicht! ^^ Wir haben also hauptsächlich Strecke gemacht und waren auf dem Weg ein paar Souvenirs kaufen. Als wir am Abend auf einem kostenlosen Campingplatz am Meer ankommen, hört es dann endlich auf und wir können uns sogar noch etwas warmes zum Abendessen kochen.

Der nächste Tag ist ein richtiger Herbsttag: grau, kühl und trüb. ABER es regnet nicht! Also machen wir uns auf und erkunden etwas die Küstenregion südlich der Hawke’s Bay. Dank des Wetters haben wir die Strände für uns allein – ideal für einen Strandspaziergang! 🙂 Mir gefallen die herbstlichen Bäume besonders gut. ❤ Auf dem Weg entdecken wir auch einen schönen Wasserfall – der Start einer ganzen Serie von Wasserfallen an der Ostküste. ^^

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Am Abend buchen wir uns auf einem netten Campingplatz am Meer ein und machen abends ein schönes Feuer direkt am Strand. – Ein Vorteil des Wetters ist, dass offene Feuer wieder erlaubt sind. 😉

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Am nächsten Morgen scheint auch wieder die Sonne und wir fahren weiter nach Napier. Napier wurde von Feuer und Erdbeben fast komplett zerstört. Viele Gebäude wurden im „Art Deco“ Stil wieder aufgebaut. Das hat mich total an den Film „The Great Gatsby“ erinnert. ❤ Natürlich gibt es in der Stadt nun auch zahlreiche „Vintage“ oder Second-Hand Läden mit tollem Schmuck und schicken Kleidern. Am Samstag war sogar zusätzlich Markt und wir haben uns leckere Brezeln und ich ein Heidelbeer-Eis gegönnt. Yum! Zufällig war auch eine Auto-Show direkt am Meer und „Classic-Cars“ sind durch die Stadt gefahren. Sehr cool!

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Wie immer hat es uns aber nicht richtig lange in der Stadt gehalten… Durch Zufall habe ich „in der Nähe“ (für neuseeländische Verhältnisse) einen heißen Campingplatz mit gratis Hot Pool entdeckt. Optional wäre sogar noch eine Wanderung zu einer Hütte mit einem weiteren Hot Pool möglich. Herbst und Hot Pool passt ja perfekt zusammen, also nichts wie hin! Der Campingplatz ist einfach, mit einem Plumsklo und Wasser aus dem Fluss – aber er ist kostenlos. Die Ausstattung der Hot Pools hingegen hat mich sehr positiv überrascht, besonders nach unserer „wir-baden-im-heißen-Bach-Erfahrung„. Die Pools sind richtige Becken die von heißen Quellen befüllt werden. Drum herum ist eine schöne Holz-Terasse gebaut und man kann sogar das Wasser abdrehen wenn es zu heiß wird. Das ganze liegt idylisch im Wald mit Blick über den Fluss. ❤ Toll!

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Kurz hatten wir beide Pools sogar für uns allein und konnten den Sonnenuntergang und die ersten Sterne im heißen Pool bei Kerzenschein und einem Glas Sekt in der Hand genießen (hehe voll romantisch ^^). ❤ Allerdings war es Wochenende und nach etwa fünf Minuten kamen ein Haufen Kiwis mit Bier und Handy-Musik vorbei… Yay! Naa, da haben wir uns dann doch bald wieder ins Auto verzogen. Wir hatten ja noch die anderen Hot Pools auf dem Programm. 😉

Am nächsten Morgen war es schönstes Wetter und wir haben uns viel Zeit gelassen unsere Sachen zu packen und zum Parkplatz der Wanderung zu fahren. Dort stellen wir entsetzt fest: der Parkplatz ist voll! Voll mit Kleinbussen die mindestens eine Schulklasse oder zwei hier her gebracht haben – für die „Locals“ ist das hier wohl kein Geheimtipp. ^^ Sofort kommen mir wieder Zweifel – warum eigentlich drei Stunden wandern, wenn ich hier auch Hot Pools habe und mich gemütlich in die Sonne setzen könnte?! Am Ende bekommen wir keinen Platz in der Hütte und müssen die drei Stunden wieder zurück laufen?! Ich will aufgeben, aber Jonas überredet mich dazu wenigstens bis zur Mittagszeit zu gehen und ein Picknick zu machen.

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Nach wenigen Minuten kommen uns die ersten Wanderer entgegen. Sie haben bei der Hütte übernachtet. Ja, da war es ganz schön voll, eine Gruppe Mädchen von der Highschool hat dort gezeltet… aber heute gehen alle wieder zurück, schließlich ist morgen Montag und Schule. Ah, wie gut! Unser Schlafplatz in der Hütte ist also sicher! 🙂

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Der Weg geht die meiste Zeit am Fluss entlang – hört sich deutlich einfacher an als es war, denn der Weg geht viel bergauf und bergab auf zum Teil sehr schmalen Pfaden. Das hat richtig Spaß gemacht! 🙂 An der Hütte angekommen bestätigt sich was die Wanderer gesagt haben – es ist nur eine Person da und wir haben freie Bettenwahl. Hanni ist vor einigen Jahren ausgewandert, aber ihr ostdeutscher Akzent ist noch seeehr deutlich zu hören. ^^ Sie war eine Woche trampen, hat auf dem Weg kaum Leute getroffen und freut sich bei einer Tasse Tee mit uns zu plaudern. Sie erzählt uns unter anderem, dass sie bei den Hot Pools zwei super seltene Blue Ducks gesehen hat. – Ich hatte insgeheim gehofft diese Enten hier zu sehen, allerdings gibt es insgesamt nur noch etwa 2000 – 3000 Exemplare in ganz Neuseeland. Und natürlich gibt es diese „Saumschnabelente“ nur in Neuseeland. Eine weitere wunderschöne Vogelart kurz vor dem Aussterben. 😦 Nun ja, nach der Stärkung machen wir uns auf zu den Pools. Immerhin sind es bis dahin noch mal 45 Minuten Wegzeit. Nachdem wir kurz die Pools und den kleinen idyllischen Campingplatz drum herum angeguckt haben, laufe ich weiter am Fluss entlang zu der Stelle an der Hanni die Enten gesehen hat. Und bereits von weitem sehe ich: da sitzt eine Blue-Duck!

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Wir sind schon sehr nah dran, da entdecken Jonas und ich gleichzeitig: da ist noch eine. Ja, so richtig blau sind diese Enten nicht, eher grau, perfekt getarnt vor den Steinen. ^^

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Die Enten sind übrigens so selten, weil sie sich ausschließlich von einer Alge ernähren, die nur in sehr klaren und schnellen Gebirgsflüssen vorkommt. Mit steigender Verschmutzung des Wassers und Ausbreitung von Fressfeinden schrumpft ihr Lebensraum gewaltig.

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Sind sie nicht wunderschön?! ❤ Hoffentlich zeigen die Schutzmaßnahmen Wirkung und es gibt bald wieder mehr von ihnen. (Vor kurzem hat ein dänischer Tourist eine solche Ente erschossen und muss nun dafür 10.000 Dollar Strafe zahlen. :o)

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Die Hot Pools sind etwas kleiner und deutlich älter als die Pools am Campingplatz. Sie liegen in einer kleinen Grotte mitten im Busch. Leider waren die Pools ziemlich dreckig, deshalb haben wir erst mal alles Wasser abgelassen und angefangen die Pools zu schrubben. ^^ Wir waren dann irgendwann mit dem Ergebnis zufrieden, haben wieder heißes Wasser rein laufen lassen und uns noch etwas in den Pools entspannt. Herrlich nach einer anstrengenden Wanderung! ❤

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Wir konnten uns kaum los reißen, daher war es schon fast dunkel als wir zurück gegangen sind. Der Wald hört sich ganz anders an und wir haben sogar ein Reh aufgeschreckt. ^^ Übrigens haben wir vom Ranger gehört, dass die Pools hier bald erneuert werden sollen. Dann sind sie bestimmt noch schöner und ein Besuch lohnt sich bestimmt. 😉

Nach einer ruhigen Hut-Nacht ging es wieder zurück zum Campingplatz. Bye bye, „Te Puia Lodge„.

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Nachdem die Sonne ins Flusstal geschienen hat wurde es richtig schön warm und wir konnten im klaren Fluss schöne Forellen schwimmen sehen. „Fisch wäre mal wieder gut!“

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Zurück auf dem Parkplatz haben wir schnell beschlossen bei dem tollen Wetter noch eine weitere Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben. Da es jetzt Montag war, war niemand außer dem Ranger dort und wir hatten auch die großen Pools für uns allein. 🙂 Gegen Abend kam sogar der Ranger zu unserem Van und brachte uns frisch geräucherte Forelle vorbei – als hätte er unsere Gedanken gelesen! Köstlich! Und nach dem Teller zurück bringen gab es sogar noch ein zweites Stück von der anderen Sorte – wir müssen ja vergleichen können. Yum!

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Am nächsten Morgen ging es dann die 80 km zurück nach Napier und weiter an der Ostküste Richtung Norden. Auf dem Weg haben wir einen kleinen „Schlenker“ gemacht und die „Shine Falls“ besucht. Ein wunderschöner hoher Wasserfall in einem Naturschutzgebiet in dem sich zahlreiche Vögel tummeln. 🙂

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Ist das ein Zeichen, dass wir langsam Heim kehren sollen?! ^^ Nein, noch ist es nicht soweit, noch stehen ein paar Orte auf unserer Liste. 😉 Daher ging es direkt weiter zu „Lake Waikaremoana“ in den Te-Urewera-Nationalpark. Es war schon dunkel, als wir auf dem Campingplatz ankamen, daher war die Überraschung am nächsten Morgen groß wo wir gelandet sind – mitten im Busch an einem riesigen See.

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Wir haben gehört, dass es hier meistens regnen soll, daher haben wir uns nach dem ersten Morgenschauer direkt auf gemacht zu ein paar kleinen Walks in der Nähe des Campingplatzes. Die ersten zwei Spaziergänge brachten uns zu insgesamt drei bezaubernden Wasserfällen.

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Hach, einer schöner als der andere. 🙂 Die nächsten kurzen Strecken brachten uns zu einem sehr alten und großen Baum – durch wunderschönen Busch – und auf einen Aussichtspunkt über den See.

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Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, hat es deutlich zugezogen und wurde langsam ungemütlich… Was mich nicht davon abgehalten hat mal kurz meine Nachrichten zu checken, schließlich hat der starke Wind Internet her gepustet. ^^

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Nach einem kurzen Abstecher zu kleinen Höhlen und Überhängen haben wir uns dann entgültig in den Van verkrochen und den Rest vom Abend „Breaking Bad“ geguckt. ^^

Am nächsten Morgen hatte der Wind zwar kurzzeitig die Wolken weg gepustet…

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… aber eine neue dicke Schicht war schon wieder im Anmarsch, daher sind wir nicht auf die Klippen hochgegangen sondern zurück gefahren in Richtung Küste. Unser Ziel war die „Mahia Peninsula„. Eine nette Halbinsel mit Sandstränden und den typischen Platten aus ehemaligem Meeresboden – hier treffen zwei tektonische Platten zusammen und schieben den Boden langsam nach oben.

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Ein netter Ort, vermutlich gut zum campen, kein Must-See, aber dennoch ein netter Nachmittag. Bis zum Abend fuhren wir noch weiter bis nach Gisborne. Dort wollten wir wieder unsere Vorräte aufstocken und auf unsere letzte größere Reise um das Ostkap starten.

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Was wir dort erlebt haben gibt’s dann beim nächsten Mal. 😉 Bis bald, liebe Grüße Franzi

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