South Canterbury – Felsen, Seen und der Berg der Berge

Hier kommt ein bisschen von allem, ein bisschen von all dem was Neuseeland so einzigartig und wunderschön macht. ❤ Verrückte geologische Besonderheiten, unfassbar blaue Seen und beeindruckende Gipfel liegen hier nur wenige Kilometer voneinander entfernt. South Canterbury hat einiges zu bieten!

Beginnen möchte ich meinen Beitrag trotzdem nicht mit Canterbury sondern North Otago – ja, ist wahnsinnig sinnig, aber North Otago wollte ich nicht mehr in den letzten Beitrag quetschen. ^^ Das Wetter wurde nach unserer Nacht am Strand etwas außerhalb von Dunedin leider schlechter, es hat die meiste Zeit geregnet und war kalt. Daher haben wir uns in eine Bib verkrümelt und einen längeren Mittagsschlaf gemacht. Als es gegen 16 Uhr Niedirgwasser war hat es endlich aufgehört zu regnen und wir haben uns wieder aus dem Van gewagt und sind zum Shag Point spaziert. Zu sehen gibt es dort eine Robbenkolonie und bei Lowtide auch richtig coole Felsen die zum Teil aussehen wie große Eier. ^^

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Die Formen sind durch Vulkane entstanden und enthalten auch Versteinerungen. Cool! Es hat echt Spaß gemacht über die Steinplatten zu laufen und immer neue Formen zu entdecken. Dabei mussten wir aufpassen keine Robben zu überraschen, denn die sind auch überall rum gehangen. 😉

Weiter ging es dann zu den eigentlichen berühmten Felsen an diesem Küstenabschnitt, zu den Moeraki Bouldern.

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Diese Felskugeln liegen dekorativ am Strand herum, alle schön zusammen, als hätte sie jemand dort hin gelegt um ein schnelles und cooles Fotomotiv zu schaffen. ^^ Also mich hat es wirklich erstaunt, dass sie nur ein einer kleinen Stelle des Strands zu finden sind. Natürlich waren auch wieder einige Asiaten am Start die tausende Fotos in den schönsten Posen geschossen haben. Wir haben auch ein Paar fotografiert und anschließend wollten sie es sich nicht nehmen lassen auch uns zu fotografieren. Wir stellen uns also hin und lächeln. Sie gucken uns verwirrt an, nach dem Motto „jetzt macht doch mal was“. Also haben wir mal unsere Arme ausgestreckt – ah, dann drückt er auf den Auslöser… ^^

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Wir sind so richtig gut im Posen ^^

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Wirklich coole Felsen – auch wenn mir die Felsen beim Shag Point besser gefallen haben. Dort waren wir allein und es gab etwas mehr zu entdecken. 😉 Da es immer noch nicht wieder geregnet hat haben wir uns noch auf gemacht zum Katiki Point. Das ist ein Leuchtturm hinter dem Ort Moeraki. Den Leuchtturm habe ich nicht mal fotografiert, denn die eigentliche Sehenswürdigkeit hier sind die Pinguine! ❤ Wir sind zuerst zum Beobachtunsshelter gegangen, aber dort konnten wir nur einen Pinguin von sehr weit weg sehen. Also sind wir weiter gegangen auf den Wegen… und standen plötzlich direkt neben den Pinguinen!

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Mit dem Zaun haben wir uns schon fast gefühlt wie im Zoo, aber leider müssen die Pinguine so vor aufdringlichen Touristen geschützt werden. Es waren also quasi wir Menschen die ausgesperrt waren und nicht die Pinguine die eingesperrt waren. Sie sind an Menschen gewöhnt und waren unbeeindruckt von uns. Die beste Uhrzeit um die Pinuine hier so nah zu sehen ist zwischen 17 und 19 Uhr. (Danach werden die Wege geschlossen und man kann nicht mehr hin.) Ein wirklich tolle Möglichkeit um die seltenen Gelbaugenpinguine so nah zu sehen. ❤

Am nächsten Morgen haben wir uns aufgemacht nach Oamaru, der Steampunkt-Hauptstadt der Südinsel. Was ist Steampunk?! Joa… eine Mischung aus modernen und alten Elementen und dadurch entsteht eine Art Phantasie-Zukunft-Vergangenheit. Typisch sind beispielsweise alte Zylinder mit Zahnrädern und verrückten Brillen… am besten googelt ihr es einfach mal und guckt euch die Bilder an. ^^ Oamaru hat Steampunk für sich entdeckt, weil es eine alte vikoriansche Innenstadt hat. Diese viktorianschen Elemente werden gern mit dem punkigen Industriestyle verbunden.

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Kein Wunder also das sich auch das Steampunk HQ (Hauptquartier) in Oamaru befindet. Wir sind oft auf Mittelaltermärkten unterwegs und uns gefällt Steampunk sehr gut, daher wollten wir uns das HQ natürlich nicht entgehen lassen.

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Achtung Spoiler: Das Ding ist ein Museum! Die meisten Ausstellungsstücke sind starr, bewegen sich nicht, es gibt keinen Dampf, bzw. damit etwas dampft und Feuer spuckt muss man noch mal extra Geld bezahlen… So ganz haben die Ausstellungsstücke auch nicht unsere Vorstellung von Steampunk getroffen. Vieles erinnerte uns eher an Gruselkabinett oder Schrottplatz-Kunst.

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Ganz witzig gemacht war „The Portal“…

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Aber auch hier die Frage: Was hat das mit Steampunk zu tun?! Nun ja, wir hatten trotzdem Spaß und wissen nun was sich im Steampunk HQ verbirgt. 😉 Es lohnt es auch einfach nur so durch die Stadt bzw. am Hafen entlang zu spazieren und die alten Gebäude anzugucken und eine Runde auf dem Steampunk-Spielplatz zu spielen. ^^

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Wir mussten die Zeit irgendwie rum bringen, denn wir wollten bis zum Abend bleiben um die Pinguine zu sehen. ^^ Schon wieder Pinguine?! Ja, aber dieses mal die kleinen Blue Penguins. ^^ Es gibt in Oamaru eine Pinguin-Kolonie die abgesperrt ist und die kleinen Kerlchen kommen abends wenn es dunkel wird in ihre kleinen Häuschen die direkt neben einer Tribüne für die Menschchen stehen. Ohne Witz, es sind wirklich kleine Häuser! Das war etwas zu schräg (und zu teuer) für uns, aber den Pinguinen scheint es dort zu gefallen, denn inzwischen sind es so viele das nicht jeder ein Häuschen hat und ein paar Pinguine außerhalb des Zauns nisten. Also haben wir uns zu den ganzen anderen Gratis-Pinguin-Guckern und den zwei Aufpassern gesellt. Die Pinguinlotsen sind dafür da ggf. Autos zurück zu halten damit die kleinen Kerlchen sicher die Straße überqueren können. Nach einer längeren Wartezeit ist auch tatsächlich ein Pinguin aus dem Wasser gekommen. Allerdings war er sichtlich verschüchtert von den vielen Menschen und hat sich immer wieder unter einem alten Boot und einem Busch versteckt und rum gepiepst. Dieses Mal waren wir die ungeduldigen Menschlein die sich dann relativ schnell auf den Weg zum Campingplatz gemacht haben – es ist einfach nicht mehr die Jahreszeit zum Pinguingucken. Wenn sie wirklich nisten und Nachwuchs haben ist es bestimmt noch etwas spannender. 😉

Am nächsten Morgen wieder der Klassiker: strahlender Sonnenschein, die Vohersage für die nächsten Tage schlecht und wir wollten doch zu Mt Cook! Dem wunderschönen Mt Cook an Lake Pukaki, das können wir doch nicht einfach so schnell schnell machen wie die Touris… Konnten wir doch und wir hatten einen wunderschönen Tag mit sooo viel Sonne und so viel Bergen und so viel blau – es hat fast in den Augen weh getan. ^^ Bereits die Fahrt von Oamaru nach Twizel ist wunderschön – es wird langsam Herbst, überall färben sich die Blätter goldgelb und es hängen rote Hagebutten an den Büschen. ❤

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Und im Hintergrund tauchen langsam (wieder) die Südalpen auf. Auf einem Campingplatz hat ein älteres Ehepaar uns geraten zuerst zum Aussichtspunkt am Visitor Center zu fahren um zu gucken ob man Mt Cook überhaupt sieht und sich die Weiterfahrt ins Hooker Valley lohnt – haben wir gemacht und wir waren einfach nur geflasht.

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Jap, Berge sind alle da… aber was bitte ist das für ein See?! Wir waren gegen 12 Uhr am See, die Sonne hat voll drauf geknallt und die Farbe war einfach nur unfassbar. ❤

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Also auf zu Mt Cook! Die Straße am See entlang ist einfach nur unglaublich schön. Eine Straße bei der ich jede Kurve aus dem Auto springen wollte um noch ein Foto zu machen…

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Da wir nicht so viel Zeit hatten und beide noch etwas erkältet waren haben wir uns gegen eine Übernachtung auf einer Hütte entschieden (kommt auf die nächste Bucketlist… 😉 ) und für die super beliebte Kurzwanderung durch das Hooker Valley zu einer tollen Aussicht auf Mt Cook und den Hooker Lake. Der Weg ist wahrlich eine Augenweide, aber an einem so sonnigen Tag natürlich auch etwas überlaufen…

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Und für gute Fotos war es eigentlich zu sonnig..

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Ja, ja, ich wieder und meine komischen Probleme. Ich habe mir fest vorgenommen nicht mehr so foto-fixiert zu sein und mehr den Moment und das Abenteuer zu genießen. Trotzdem… hat der Tasman Lake fast Mt Cook die Show gestohlen. Nach dem Walk durch das Valley sind wir rüber gefahren ins Tasman Valley und etwa zehn Minuten auf den Aussichtspunkt gelaufen… und waren total geflasht. Mit dieser krassen Aussicht haben wir nicht gerechnet…

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Ach nee, andere Richtung!

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Der Tasman Gletscher schmilzt rapide, daher schwimmen Eisbrocken im See. Ganz schöne große Klötze, wenn man sich im Vergleich dazu die Mini-Boote daneben anguckt…

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Natürlich hat sich Mt Cook die Show nicht stehlen lassen… denn man sieht ihn ja auch!

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Hach, ein Traum! ❤ Auf dem Weg zurück musste ich mich einige Male wieder umdrehen…

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Um das Knaller-Wetter zu nutzen haben wir uns dazu entschlossen noch weiter zu fahren und dem Nachbarsee Lake Tekapo auch einen Besuch abzustatten und danach dort in der Nähe unter einem fetten Sternenhimmel zu übernachten. 😉 Auf dem Weg an Lake Pukaki vorbei wären mir fast die Augen raus gefallen, denn nicht nur konnte man immernoch alle Berge sehen, nein der See war immernoch unfassbar blau und so flach das sich die Berge darin leicht spiegelten!

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Ja, ich denke wir haben einen Gewinner. Eines dieser Bilder muss künftig über unserem Bett hängen. ^^ – Weiter ging es also zu Lake Tekapo und der berühmten „Kirche zum guten Hirten„.

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Nun ja, wie so oft bei diesen „Must-see-Attraktionen“ die einfach erreichbar direkt an der Straße liegen – ein Haufen Leute steht drum herum und macht unzählige Fotos. Die meisten davon Asiaten. So sah es dort eigentlich aus…

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Haha, eines meiner Lieblingsbilder. ^^ Wir sind noch etwas am See rum gelaufen…

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… hatten dann aber doch großen Hunger und haben uns auf den Weg zum Campingplatz gemacht. Es steht ja doch nie niemand neben der Kirche. ^^

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Der Campingplatz war an einem kleinen See und super voll, aber wir haben noch ein Plätzchen hinter den Toiletten und Mülltonnen gefunden. Nicht hübsch, aber der Platz war gerade und praktisch. ^^

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Es war unsere einzige Übernachtung im Lichtschutzgebiet „Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve„, deshalb habe ich mir den Wecker auf mitten in der Nacht gestellt um nach dem „Untergang“ des Mondes (er war ja schon relativ weit oben auf den Bildern von Lake Tekapo) die Sterne zu sehen. Und wir hatten tatsächlich Glück, der Mond war weg und der Himmel klar – Millionen von Sternen! Leider ist meine Kamera mit diesen Lichtbedingungen etwas überfordert, daher werden die Bilder dem nicht gerecht…

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… aber ich denke für einen kleinen Eindruck reicht es aus. 😉 Beeindruckend!

Am nächsten Tag ging es wieder zurück und weiter Richtung Norden. Nach einem netten Einkaufsbummel in Geraldine (ein fetter Salat für zwei Dollar und ein Kohlrabi für einen Dollar – solche Schnäppchen gibt es nur auf dem Farmermarkt, Obst und Gemüse sind oft so teuer!), einer heißen Dusche und kleineren Reparaturen am Auto ging es am nächsten Tag weiter zu Mt Sunday. Mt Sunday liegt am Anfang der Südalpen und ist ein eigentlich ein unscheinbarer Hügel, wenn er nicht in einem gewaltigen Bergpanorama stehen würde und eine der am besten zu erkennenden Film-Locations von „Der Herr der Ringe“ wäre. Edoras stand auf diesem kleinen Berg. 🙂 Zum Berg führt eine relativ lange und anstrengende Schotterpiste. Die Landschaft ist aber sehr sehenswert. 😉 Je näher wir zum Berg kamen umso schlechter wurde das Wetter. Immer mehr Wolken und sogar ein paar Regentropfen… Mist! Ich war zuerst mal wieder entmutigt und dachte darüber nach nicht weiter zu fahren… aber wir ziehen unsere Pläne ja jetzt durch… und der erste Blick ins Tal war einfach nur episch!

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Ein paar Berge konnten wir nur schemenhaft erahnen, dunkle Wolken am Himmel und ein paar Sonnenstrahlen die genau auf Mt Sunday fallen. Wir hätten uns nicht gewundert wenn um die nächste Ecke ein paar Reiter zum Berg gallopiert wären. Cool! Und je näher wir kamen umso besser wurde es. ^^

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Auf den Berg führt ein einfacher Weg, der etwa eine halbe Stunde dauert. Oben angekommen war es super windig, daher wurde es nichts mit meinem schönen Abendstern-Foto… ^^

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Aber die Aussicht war trotzdem wunderschön. ❤

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Und auf der anderen Seite, mit Blick in die Ebene hat Jonas auch ein schön mystisches Foto gemacht. 😉

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Ah, nein das hier meine ich. ^^

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Hach, wirklich ein wunderschöner Ort mitten im Nirgendwo. Wir haben an einem nahen See den Mittag mit Basteln am Auto und aufräumen verbracht und konnten eine sehr ruhige Nacht genießen.

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Anschließend ging es zurück und wieder in Richtung Berge – man muss quasi ein wenig Schlangenlinien fahren. Aber nach Arthurs Pass und zum nächsten Filmset geht’s beim nächsten Mal. 😉 Bis bald, liebe Grüße Franzi

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