Strände, einsame Buchten, wunderschöne Aussichten und Seafood

So viel wie in den letzten Tagen passiert ist, kann ich gar nicht in einer Überschrift zusammen fassen. Der aktuelle Status ist: Wir wohnen bei einem super lieben Paar in Whangerei und freuen uns auf ein freies Labour-Wochenende mit vielen coolen Plänen. Wie es dazu kam…

Unsere erste Nacht „an der Ostküste“ haben wir in der „Doubtless Bay“ verbracht. Die heißt so, weil der große Entdecker Cook in seinem Logbuch nur festhielt, dass es zweifelfrei eine Bucht sei. Ja, es ist eine Bucht, aber was für eine!

Maitai Bay

Maitai Bay

Wir haben auf einem Campingplatz oberhalb der Maitai Bay übernachtet. Nachdem die Sonne wieder nicht über dem Meer aufgegangen ist…

Maitai Bay Sonnenaufgang

…haben wir eine kleine Wanderung am Strand entlang an den Merita Beach gemacht. ❤ Dort ist es einfach nur wunderschön.

Merita Beach und Maitai Bay

Merita Beach

Merita Beach Merita Beach Merita Beach

Nach einem yummi Mittagessen sind wir noch rüber an einen weiteren Strand gefahren: endloser weißer Strand, türkisblaues Meer, lilane Blumen in den Dünen und kein Mensch weit und breit. Wow!

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Wir konnten uns nur schwer trennen und sind etwas weiter Richtung Süden gefahren auf die nächste Halbinsel. Der Campingplatz in Tauranga Bay stand dem Platz an der Maitai Bay in Nichts nach: Wir hatten direkte Strandlage UND es gab sogar warme Duschen und Trinkwasser – an dem anderen Campingplatz gab es nur kalte Duschen und das Wasser musste man abkochen.

Tauranga Bay

Mit dieser Aussicht haben wir am ersten Abend zu Abend gegessen. Es gab nur Avocado mit Toast – das hat wohl bei unseren Nachbarn Mitleid erregt, denn sie haben uns frisches selbstgebackenes Brot, Lammkarree und Frühlingsrollen vorbei gebracht. ❤ Direkt an unseren Tisch geliefert. Wow! Als wir die gewaschenen Teller zurück bringen, werden wir noch auf einen Kaffee eingeladen. – So haben wir Layne und Joce kennengelernt. 🙂 – Wir unterhalten uns gut und die beiden laden uns für den nächsten Abend ein zu Pizza mit Muscheln drauf. – Wir bleiben also noch eine Nacht. 😉

Taurange Beach Taurange Beach

Der nächste Tag startet mit einer großen Überraschung und einem Wunsch der einfach so in Erfüllung geht. Ein anderer Camper bemerkt ganz beiläufig: „Oh, Dolphins over there – Da drüben sind Delfine.“ Tatsächlich! Es schwimmen einige Delfine am Rand der Bucht. Ich rase zum Van (ein anderer Camper bemerkt später: „I tought there must be a fire somewhere – ich dachte irgendwo würde es brennen“ haha ^^) und schnappe mir die Kamera.

tauranga_delfine_03 tauranga_delfine_02Sie waren schon recht weit weg, aber ich konnte sie mit dem manuellen Fokus gut beobachten. ❤ Es waren richtig viele und sie sind einige Male aus dem Wasser gesprungen und später noch mal durch die Bucht geschwommen. Es war einfach nur richtig toll!

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Später hat uns Layne eines seiner zahlreichen Hobbies gezeigt: Kauri Gum polieren. Von den uralten und großen Kauri-Bäumen habe ich euch ja bereits erzählt. Wenn die Bäume verletzt werden produzieren sie Harz (wie andere Bäume auch), das im Boden Jahrhunderte lagerte und versteinert wurde zu Kauri Gum. Es ist vergleichbar mit Bernstein. Nur sind die Klumpen viel größer, weil auch die Bäume viel größer sind. Am Anfang sieht Kauri Gum aus wie ein leichtes Stück Dreck, aber nach dem Polieren ist es wunderschön. ❤ Im Museum haben wir einiges davon gesehen – Layne hat viele der Teile dort poliert und an das Museum verkauft. Wir durften ebenfalls zwei Stücke polieren und zum leuchten bringen. Man braucht dabei sehr viel Geduld, immer feineres Schleifpapier und zum Schluss sein T-Shirt und Öl. Und dann kommt das dabei raus:

Kauri Gum

Diese drei Stücke gehören jetzt uns. Layne hat uns das Kauri Gum geschenkt!!! ❤ Im Museumsshop hätten wir dafür hunderte Dollar bezahlt und wir durften den Gum selbst polieren und behalten. WOW! Ich kann es gar nicht abwarten euch diesen Schatz in echt zu zeigen!

Nach dem Polieren sind wir am Strand entlang gegangen zum Muscheln sammeln. Die beiden kennen einen Stein, der bei Ebbe freiliegt, auf dem hunderte Muscheln sind. Es war etwas windig, daher mussten Layne und Jonas fast zu dem Stein schwimmen, aber innerhalb von wenigen Minuten hatten sie einen Sack voll Muscheln und wir hatten ein super leckeres Abendessen.

tauranga_01

muscheln

Für den nächsten Abend haben sie uns wieder zum Abendessen eingeladen – wir sind also noch eine dritte Nacht geblieben, so leicht „käuflich“ sind wir. ^^ Am Tag haben wir zusammen mit Joce eine kurze Wanderung über eine Landzunge gemacht. Die Aussichten auf dem Weg waren einfach nur der Hammer.

Maunganui Track

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Joce meinte nach meiner Zeit in Neuseeland könnte ich einen ganzen Bildband „Küste Neuseelands“ herausgeben, so viele Fotos wie ich gemacht habe… Ich konnte mich einfach nicht satt sehen und ich habe immer das Gefühl ich möchte diese Schönheit festhalten.

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Wir waren pünktlich zum Lunch zurück – Layne hatte wieder frisches Brot gebacken. Yummi! Zum Nachtisch gab es dann eine weitere Meeresspezialität… wir haben aus ihrem riesigen Camperbus aus (ein alter Schulbus) ein paar Jungs beobachtet, die in der Bucht nach Seafood getaucht sind. Sie haben sehr viele Kina – Seeigel gefangen. Joce liebt Seeigel und wir wollten sie gern probieren – also hat Layne kurzentschlossen gefragt ob wir welche haben dürfen und fünf Stück geschenkt bekommen. Seeigel wird roh gegessen. Dafür wird die Schale aufgehauen und mit einem Löffel werden die Eier raus gelöffelt. Etwas irritierend ist der viele grüne Schleim drum herum… aber ansonsten schmeckt Kina richtig lecker, salzig und cremig. Selbst Jonas hat sich getraut etwas zu probieren und hat festgestellt: „Es ist essbar.“ ^^

Kina Seeigel

Nach drei Tagen auf dem Campingplatz haben wir uns verabschiedet und für das kommende Wochenende verabredet. 🙂

Auf unserem Weg weiter an der Ostküste entlang haben wir Halt gemacht bei wunderschönen Aussichten…

namenlose tolle Bucht Matauri Bay

… und dem Rainbow Warrior Memorial. Die „Rainbow Warrior“ war ein Greenpeace-Schiff, das von französischen Spionen vor der neuseeländischen Küste versenkt wurde. Dabei kam ein Mann ums Leben. Der Skandal: Die Spione wurden zwar gefangen, wurden aber nie bestraft, weil Frankreich und andere europäische Länder sich für ihre Freilassung einsetzten. Kurz nach dem kalten Krieg wollte wohl niemand Stress mit den USA riskieren – die Rainbow Warrior rettete u.a. Menschen aus Gebieten, die durch Atomtests der USA verseucht wurden. Das Denkmal ist toll gestaltet und die Aussicht auf die vielen Inseln… „eyecandy“ ^^

Matauri Bay Rainbow Warrior Memorial

Einen weiteren längen Zwischenstopp haben wir bei den Rainbow Falls eingelegt. (Hihi, viel Rainbow an einem Tag ^^) Dieser Wasserfall ist echt sehr schön. 🙂 Den Rainbow haben wir zwar gesehen, aber ich konnte ihn nicht auf einem Bild festhalten… hinter Bäumen und zu kurz… *grummel* Aber der Wasserfall ist auch ohne ganz hübsch.

Rainbow FallsRainbow Falls Rainbow Falls Rainbow Falls

Ein wenig interessanter war unser Ausflug hinter den Wasserfall. Ŵir sind durch einen kleinen Bach gewatet und dann über Steine hinter den Wasserfall in eine Höhle geklettert. 🙂 Dort war es sehr feucht, sehr grün und sehr matschig. Aber hey, jetzt waren wir mal hinter einem Wasserfall und wir sind bestimmt auf einigen Bildern von anderen Touristen. *hust*

Behind the Rainbow Falls Behind the Rainbow Falls Behind the Rainbow Falls

Behind the Rainbow Falls Behind the Rainbow Falls

Die Nacht haben wir in Paihia verbracht. Die Stadt ist eine einzige Hafenpromenade und hat uns nicht sooo sehr gefallen. Daher haben wir früh am nächsten Morgen die Autofähre nach Russell genommen. Russell ist die älteste „weiße“ Siedlung Neuseelands und wirkt ein wenig, als sei die Zeit stehen geblieben. Es hat uns an eine Europapark-Siedlung erinnert. ^^ Wir haben uns ein Eis gekauft und sind etwas am Hafen entlang spaziert.

Russell Russell

Von zwei Aussichtspunkten hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und die Bay of Islands.

Russell Bay of Islands

Mittags sind wir länger in der Elliot Bay gewesen… einfach nur wunderschön. ❤ Und wir hatten alles für uns allein. Wow!

Elliot Bay Elliot Bay Elliot Bay

Übernachtet haben wir auf einem einfachen Campingplatz direkt am Wasser. Zum Abendessen hatten wir Besuch von zehn kleinen Entenküken! ❤ Soooooo niedlich!!!

entchen

Am nächsten Morgen sind wir dort noch einen Track gelaufen und ich habe wieder viele Küstenbilder gemacht – Joce könnte Recht haben…

Whangaruru North Head Track Whangaruru North Head Track

Später war es dann endlich soweit: Ich bin zum ersten Mal Bongo gefahren! Bisher ist Jonas immer gefahren, aber ich muss mich ja auch trauen… Für mich war es das erste Mal Automatik und das erste Mal Linksverkehr. Die Strecke war recht kurvig… Jonas hat als Beifahrer fast einen Herzinfakt bekommen. ^^ Ich werde wohl nicht mehr so oft fahren… 😛

Es gibt so Geschichten, die kann man sich nicht ausdenken, weil sie einfach zu unglaublich sind. So eine Geschichte ist uns auf dem nächsten Campingplatz (schon wieder) passiert. Wir hatten bereits am Abend eine Insel gesehen… nicht so weit weg… wunderschön… Jonas hat spontan beschlossen hin zu schwimmen.

Insel Otamura

Am nächsten Morgen ist es bedeckt, aber Jonas ist wild entschlossen seinen Plan durchzuziehen. Er rüstet sich also aus und wir gehen gemeinsam an den Strand. Er schwimmt raus und ich stehe am Strand, fotografiere und starre raus um zu gucken wie er sich anstellt.

Insel Otamura

Da kommt ein Paar am Strand vorbei. Sie haben Crayfish (neuseeländischer Hummer) gefangen und sie haben zu viele. Sie dürften nur sechs haben, ob ich einen haben will. KLARO! Sie sagen mir kurz wie ich ihn kochen muss und lassen ihn mir dann da. Ähm… ja… coooooool!

Crayfish

Ich kann es gar nicht abwarten Jonas davon zu erzählen. Ich gucke zu ihm zurück und er ist auf der Insel angekommen. Er klettert etwas über die Steine und da sehe ich, dass sich ein Stein auf der anderen Seite bewegt. Kamera her – es ist kein Stein sondern ein Seelöwe!

Seeloewe

Jonas schwimmt auf eine Insel und chillt dort mit einem Seelöwen während ich am Strand stehe und einen Hummer geschenkt bekomme. Ja, ist wirklich so passiert!

Da wir keinen großen Topf haben und Layne und Joce erwähnt hatten, dass sie gern Crayfish mögen, schlummert der Hummer jetzt in ihrem Kühlschrank und wartet darauf von uns zum Abendessen gegessen zu werden. Yummi! Und jetzt können wir hier kostenlos waschen, duschen, wohnen (wir können unseren Van auf ihrer kleinen Farm abstellen) und Strom und Internet nutzen. WOW! Die beiden haben bald ein verlängertes Wochenende und schon viele Sachen geplant, die wir zusammen machen wollen. 🙂 Darauf freuen wir uns schon sehr! Bis dahin, liebe Grüße und bis bald, Franzi ❤

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9 Gedanken zu “Strände, einsame Buchten, wunderschöne Aussichten und Seafood

  1. Ich sitze hier und versuche der Predigt für morgen (äh heute) den letzten Schliff zu geben. Für einen kurzen Break schaue ich mal, ob es was Neues bei den Mos´ gibt: Ja – leider! Ich lebe gern hier wo ich lebe, aber bei Eure Berichten und Bildern wächst in mir doch starkes Fernweh… 😉 Gott segne Euch weiterhin mit einer wunderschönen, ereignisreichen und lebensbereichernden Tour. Wirklich der Hammer was ihr bisher schon alles erlebt habt! Und Eure (ich vermute Mal, dass Jonas lieber die Autos repariert und Seelöwen hinterhertaucht) Berichte und Bilder sind bislang total lesenswert. Ach ja, einen weiteren Minuspunkt gibt es natürlich für die Schilderung diverser exotischer, Mund wässrig-machender Gerichte, deren Geschmack digital bislang nicht zu transportieren ist!
    Also, ein fröhliches Behüt´ Euch Gott aus Darmstadt,
    Frank

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    1. Hey Frank, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. 🙂 Freut uns immer zu hören/lesen wer so mitliest. 😉 Das mit dem Essen ist echt ne doofe Sache… wir versuchen ein paar Rezepte mitzubringen. Anders rum klappt es aber auch nicht immer… wir haben Rouladen und Knödel gekocht, aber die haben einfach nicht so gut geschmeckt wie zu Hause. ^^ Dir auch alles Gute, liebe Grüße Franzi und Jonas

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  2. Deine Berichte sind immer total schön zu lesen! Ich habe deinen Blog vor einer Weile entdeckt und verfolge ihn seitdem, weil ich selbst bald in Neuseeland bin 🙂 und wenn man die ganzen tollen Fotos und Geschichten hier sieht, dann wird meine Vorfreude immer größer! Also, ich freu mich auf weitere Beiträge und vielleicht hast du ja Lust, auch mal auf meinem Blog vorbeizuschauen 🙂
    Liebe Grüße, Alina

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