Check out my new ride

Nun ist es an der Zeit euch endlich unseren neuen Weggefährten vorzustellen. Sein Name ist Bongo und er ist ein Campervan:

Unser Campervan: Bongo

Wir haben unseren Mazda Bongo bei „Backpackers Car World“ gekauft – von Mt Eden aus konnten wir dorthin laufen. Dort gibt es einige Campervans zu kaufen. Allerdings nur einen der für unsere Größe und Zwecke in Frage gekommen wäre: den Bongo. Also ja, im Prinzip haben wir das erstbeste Auto gekauft, dass halbwegs unseren Vorstellungen entsprochen hat… Aber oft ist das ja das Beste bzw. Jonas hatte ja von zu Hause aus bereits viel Recherche betrieben und wir haben deutlich gemerkt, dass die Nachfrage gerade sehr stark ist. Der Van ist nicht selfcontained – der Autohändler konnte und davon überzeugen, dass das nicht notwendig ist und eher nur Platz im Auto verbraucht. Mal sehen ob er Recht behält und wir uns am Ende nicht ärgern… :/

Der große Vorteil unseres Bongos ist sein niedriger Kilometerstand von ca. 150.000 km. Vermutlich hatte er erst einen Backpacker-Vorbesitzer und nicht 10 und 300.000 km wie viele andere Autos auf dem Hof. Preislich konnten wir unter unserem Budget bleiben – schließlich ist das Auto nicht selfcontained und wir profitieren von einem guten Wechselkurs.

Wir haben wenig selbst umgebaut – es war ein Campingumbau drin, aber der war nicht stabil genug und nicht platzeffizient. Den Umbau hat der Autohändler für uns übernommen. Dieser Luxus hat uns 1750 Dollar gekostet. Der Umbau beinhaltet:

  • eine stabile Holzkonstruktion mit Stauraum unten und Bett oben sowie ein Regal im hinteren Teil des Vans
  • einen Tisch im Van zum essen im Van
  • neue Matratzen
  • einen Gaskocher mit zwei Platten
  • eine Gasflasche
  • einen 20 l Wassertank

Die Konstruktion ist wirklich sehr stabil und funktional. Nachts können wir auf den Holzplatten und den Matratzen schlafen und tagsüber kann man den Mittelteil raus nehmen und einen Tisch aufbauen und daran esssen, spielen usw. :).

Bei Regen können wir im Van essen. :)

Wir haben allerdings deutlich gemerkt, dass gerade Hochsaison ist. Der Umbau hat länger gedauert als zuerst angegeben – die zwei Verkäufer verkaufen an sieben (!) Tagen in der Woche den ganzen Tag Autos und machen nach 17 Uhr noch die Umbauten! Außerdem waren die Löcher nicht ganz ordentlich gebohrt und die Holzspäne nicht aus dem Auto gefegt… naja… egal ^^ Etwas doofer ist, dass das Kabel für den Kocher zu kurz ist – bisher haben wir noch kein längeres Kabel oder eine Verlängerung auftreiben können… :/ Unsere Lösung ist jetzt, dass wir uns einen Campingtisch gekauft haben und darauf kochen werden. Der erfüllt dann auch eine praktische Doppelfunktion, denn daran können wir auch mal draußen essen. 🙂

Stauraum im Campervan hinten

Was wir noch selbst umgebaut haben sind eher Schönheitsreparaturen. Der Stoffhimmel im Auto war total verschimmelt. Den haben wir raus gerissen und stattdessen einen neuen Stoff (eigentlich ein Vorhang) eingebaut. Das hat etwas länger gedauert, aber jetzt ist es richtig schön geworden. ❤ Ursprünglich wollten wir den Stoff mit doppelseitigem Klebeband an der Decke befestigen, aber da kam nach einem Tag Arbeit und einer Nacht der ganze Stoff wieder runter… Jetzt haben wir die Metallstreben aus dem Auto benutzt und den Stoff daran fest genäht. Das hält sehr gut und sieht trotzdem richtig gut aus. Für etwas Romantik haben wir noch eine Lichterkette im Auto verlegt. ❤

Der neue Stoffhimmel mit Lichterkette. :)

Zusätzlich haben wir uns neue Sitzbezüge besorgt – die alten hatten schon Risse. Die Bezüge gab es bei „the warehouse“ für nur 20 Dollar und die Veränderung macht viel aus. 😉

Neue Sitzbezüge machen gleich etwas her. :)

Nun, mit so einem alten Auto erlebt man immer Abenteuer. ^^ Daher kommen hier meine Top drei der besten Erlebnisse mit unserem Van. – Wohlgemerkt nach nicht mal zwei Wochen. ^^

Platz 3: Direkt am ersten Tag, als wir den Van abgeholt haben ist uns etwas Lustiges passiert. Wir waren natürlich mega aufgeregt – wir haben viel Geld für ein Auto bezahlt und müssen nun mit diesem Auto (das erste Mal) Linksverkehr und Automatik fahren. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten (wie wechselt man noch mal den Gang?!) fahren wir also los. Voll happy – yeah wir fahren! Die Abendsonne scheint in das Auto – wir fahren! Alles gut, noch nicht in den Gegenverkehr gefahren. Oh, warte… wohin fahren wir eigentlich? Naja, erst mal ein bisschen fahren… Mhm, langsam sollten wir doch mal überlegen wie wir zurück kommen… und tanken sollten wir! Also halten wir an einer Tankstelle an, tanken und wollen dann mit Jonas‘ Handy navigieren. Er hat eine Offlinekarte auf dem Handy gespeichert und auch mobiles Internet, weil er eine neuseeländische Karte hat. Das Problem: der Akku des Handys ist leer! Wir werden also leicht panisch, da kommt ein Mädel zu uns zum Auto. Sie hat eben einen Reifen gewechselt, ob Jonas ihr helfen kann den neuen Reifen richtig fest zu drehen. Klaro kann er! Im Austausch dafür sucht sie uns mit ihrem Handy eine Route raus und kopiert uns die Routenbeschreibung. Sie und ihre Freundin gucken etwas verwirrt, als wir sagen, dass wir nicht wissen wie wir hier her gekommen sind, weil wir einfach nur gefahren sind – verrückte Deutsche. ^^ Natürlich wurde es dann dunkel und wir haben uns wieder verfahren –  dann sind wir auf die Idee gekommen die Akkus der Handys zu tauschen (ich habe ein ähnliches Modell und mein Akku war noch voll) und sicher nach Hause gekommen. 😉 Und jetzt haben wir immer ein Autoladegerät im Van. 😉

Platz 2: Auf Platz zwei schafft es die zweite Fahrt mit dem Van. Wir steigen ins Auto – yeah, wir fahren mit dem Van zum Shopping-Center und kaufen uns praktische Campingausrüstung – schließlich haben wir noch Geld übrig. Doof nur, dass sich der Gang von P (Park) nicht zu D (Drive) wechseln lässt – auch nicht mit gedrückter Bremse… Wir haben nur ein japanisches Handbuch – das ist wenig hilfreich. Wir rufen den Autohändler an – auch der ist nur wenig hilfreich. Bitte stellt es euch bildlich vor! Wir stehen mit dem Auto vor dem Haus und wollen los fahren – das zweite Mal – und das Auto fährt einfach nicht! *heul* Aber so einfach gibt Jonas nicht auf. Er beginnt das Gehäuse um die Schaltung auf zuschrauben und findet einen kleinen Elektromotor, der dafür sorgt, dass die Gänge gewechselt werden können. Und dieser Motor scheint zu klemmen. Also haut er ein bisschen darauf rum und löst so den Motor. Die Gänge lassen sich wieder schalten! Nach einer Stunde zwischen Hoffen und Bangen lässt sich die Schaltung nun wieder super bedienen und wir fahren los! Jonas wird noch zum „Mad Mechanic“. Und jetzt haben wir immer einen Schraubenzieher (in unserem Fall Jonas‘ Leatherman) im Van. 😉

Muscheln bei Armour Bay

Platz 1: Mit deutlichem Abstand auf Platz eins landet aber die Geschichte von unserem ersten längeren Ausflug an den Strand. Es war ganz schönes Wetter, wir hatten frei und wollten etwas raus aus der Stadt an den Strand. Die zahlreichen Kurven und Höhenmeter hat unser Bongo prima gemeistert. Dann sind wir abgebogen um am ersten Strand zu halten. Wir haben auf einer Wiese geparkt und sind runter zum Strand gelaufen. Dort war es wirklich sehr schön.

Aussicht Armour-Bay

Niemand sonst unterwegs, ein Sandstrand, der Busch im Hintergrund, blauer Himmel und Sonnenschein. Und trotzdem hat der Strand alle Annehmlichkeiten: Toiletten, Duschen, einen kostenlosen öffentlichen Grill und Picknick-Plätze. Wir essen also zu Mittag und freuen uns über den schönen Tag. Zurück beim Auto machen wir noch ein paar Fotos:

Jonas posiert mit Bongo. ;)

Anschließend wollen wir los fahren, aber die Reifen bekommen hinten keinen Grip. Wir stecken fest. Wir versuchen also verzweifelt den Van aus dem nassen Grasmatsch zu bekommen, da kommt ein Neuseeländer mit seinem riesigen Van vorbei: „You need a pull?“ – Mehr eine Feststellung als eine Frage: Er muss uns da raus ziehen. ❤ Ehe wir uns versehen wendet er, hält hinter uns, holt ein großes Seil aus dem Kofferraum und zieht uns aus dem Gras. „That happens all the time in New Zealand – das passiert ständig in Neuseeland“, erklärt er uns noch. Der Van sei hinten zu leicht. Wir hatten noch nicht mal darüber nachgedacht jemand zu fragen, da kommt schon die perfekte Hilfe um die Ecke! Wow!

Das war allerdings noch nicht alles. Anschließend sind wir zu einem weiteren Strand gefahren und dort etwas spazieren gegangen. Zurück beim Auto – er springt nicht an, die Batterie ist tot, kein Strom mehr. 😮 Wie kann das bitte an einem Tag passieren?! Jonas versucht es ein paar Mal… nichts geht mehr.

Campervan am StrandWenigstens sind hier noch zwei andere Autos am Strand. Vielleicht kann uns jemand Starthilfe geben. Jonas fragt eine Frau mit zwei kleinen Kindern – sie hat kein Kabel dabei, wohnt aber in der Nähe und fährt los um das Kabel zu holen. Falls es in der Zwischenzeit wieder geht sollen wir fahren und nicht warten. ❤ Während wir warten fängt Jonas an die Batterie zu säubern und wackelt etwas an den Kontakten. Der Dreck scheint von der alten Batterie zu kommen, den die aktuelle Batterie sieht aus wie neu. Und nachdem wir sie geputzt haben und wieder verankert haben, haben wir wieder Strom und können den Motor starten! Wir haben der Frau einen Zettel geschrieben und sind dann gefahren. Natürlich hatten wir ein mega schlechtes Gewissen, weil sie extra für uns ihre Kinder einpacken musste und nach Hause gefahren ist…. Danke! Ich denke wir sollten uns also noch ein Abschleppseil und ein Kabel für Starthilfe zulegen – oder eine Mitgliedschaft im Automobilclub AA. 😉

So war das mit unserem lieben Bongo. Bisher hatten wir also eher kleinere Probleme, die wir selbst lösen konnten. Und natürlich hoffen wir, dass das auch so bleibt und wir noch viele gemeinsame Abenteuer erleben. ❤ Bald soll es los gehen auf unseren ersten Roadtrip in den Norden. 🙂 Bis bald und liebe Grüße, Franzi. ❤

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5 Gedanken zu “Check out my new ride

  1. Oh wie cool, herzlichen Glückwunsch zu eurem Wohnmobil! Bin beeindruckt und wünsche euch eine behütete Fahrt zu den wundewunderschönsten Plätzen.
    Ich lese hier interessiert mit.
    Liebe Grüße!

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  2. Die neue Stoffdecke eures Vans sieht toll aus! ❤ Kannst du noch ein Foto machen bei Nacht, wenn eure romantische Lichterkette an ist? Das wäre toll!
    Und ich finde, ihr habt das bisher super gemacht mit dem Van! Ich würde mich nie trauen, ein Auto in OZ/NZ zu kaufen, da ich schon sooo viele krasse Stories gehört habe und ich von Autos überhaupt keine Ahnung habe. Ich wäre also aufgeschmissen, wenn mir so etwas passieren würde wie bei euch. Aber gut, dass du einen Mad Mechanic hast 😉

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